Uranmunition, auch
DU-Munition (von
englisch depleted uranium), ist
panzerbrechende Munition, deren
Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aufgrund der hohen
Dichte (≈19,1 g/cm³) des Urans entfalten diese Geschosse beim Auftreffen auf das Ziel eine große
Durchschlagskraft. Das abgereicherte Uran besteht, im Vergleich zu Natururan, zu einem geringeren Anteil aus dem spaltbaren
Uranisotop 235U und damit größtenteils aus dem nicht durch thermische Neutronen spaltbaren Isotop 238U. Die Radioaktivität des abgereicherten Urans (die
α-Strahlungs-Aktivität ist mit 15.000
Bq/g etwa 40 % geringer als die von Natururan)
erfüllt in diesem Fall keinen militärischen Zweck.Neben dem militärisch erwünschten zerstörenden Effekt entfaltet Uran sowohl wegen seiner
Radioaktivität als auch wegen seiner chemischen
Giftigkeit eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Aufgrund der geringen
Aktivität der Geschosse wird dabei die toxische Wirkung auf die Nieren als entscheidend angesehen. Es gibt kein internationales Abkommen, das den Einsatz von abgereichertem Uran explizit verbietet. Der Einsatz von Urangeschossen steht jedoch unter anderem in Konflikt mit dem
Genfer Protokoll[9], das die Verwendung von giftigen Stoffen im Krieg verbietet.
Die Radioaktivität ist wegen der Halbwertszeit von 238U mit 4,5 Milliarden Jahren schwach. Ein Kilogramm abgereichertes Uran erzeugt in einer Entfernung von einem Meter eine jährliche Strahlendosis von 1 mSv, das entspricht etwa einem Drittel der Aufnahme durch natürliche Quellen (2–3 mSv/Jahr).
[10] Dennoch kann die von ihm erzeugte
Dosisleistung, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder auf kurze Entfernung wirkt, das
Erbgut schädigen und
Krebs auslösen. Die eigentliche Gefahr geht aber nicht von
äußerer Strahlung aus, sondern von über die Atemwege und Nahrung aufgenommenen uran- oder uranoxidhaltigen Stäuben (
innere Strahlung)
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