Haltungsjournalismus reloaded: Der "Spiegel" hat bei Corona-Vorhersagen schamlos ĂĽbertrieben. Panikmache wird zum Selbstzweck
Wenn man sagt, dass der Spiegel nicht sauber berichtet, hat dies denselben Neuigkeitswert wie der Hinweis auf den katholischen Glauben des Papstes.
Dennoch krähte die Bild, als hätte sie es exklusiv, dass das Magazin mit den Corona-Vorhersagen schamlos übertrieben und so unnötig Panik erzeugt habe.
Schon mal von Steinen im Glashaus gehört?
Bild ist genauso Teil dieses Kartells des Terrors aus Medien und Politik, das seit Monaten Angst verbreitet – mit Inzidenzen und mit Intensivstationen, der britischen Mutante und dem indischen Drama. Getreu dem Motto des Kaisers Caligula: Oderint dum metuant – mögen sie mich hassen, solange sie mich fürchten.
Und sie haben Geschmack gefunden an der Panik. Nun, da das Virus weicht, wird die Botschaft angepasst: Wer sich nicht impfen lässt, wird zum Aussätzigen. Er muss den sozialen Tod befürchten.
Impfpflicht? Wie hässlich. Das kriegen wir eleganter hin.
Das ist tragisch. Doch die wirkliche Tragödie liegt darin, dass so viele Menschen sich das gefallen lassen.