Nabiullina gelang es, einen der weltweit größten Devisenvorräte anzulegen - der Schatz hatte vor dem Angriff ein Volumen von 643 Milliarden Dollar. Das Ziel war nach den westlichen Reaktionen auf die Krim-Annexion, eine ausreichend große Kasse anzulegen, um mögliche westliche Wirtschaftssanktionen künftig ohne größeren Schaden zu überstehen.

Investoren feierten die Notenbankerin, die damalige IWF-Chefin und heutige EZB-Präsidentin Christine Lagarde verglich ihre Fähigkeiten 2018 mit denen eines "großen Dirigenten." Fachzeitschriften wie "Euromoney" und "The Banker" sahen in ihr eine der besten Geldpolitikerinnen.

Nicht nur die russische Wirtschaft kämpft, die Zentralbank tut das auch. Ein Problem dabei ist, dass sie wegen der Sanktionen an einen Großteil des Devisenschatzes nicht herankommt. Doch unter Nabiullinas Führung ist es dennoch gelungen, den Schaden zu begrenzen. Der Rubel ist wieder auf dem Niveau vor dem Überfall auf die Ukraine, und Russland schafft es bisher, seine Auslandsschulden trotz der Sanktionen zu begleichen und damit die technische Pleite zu vermeiden.

Der Preis dafür ist allerdings hoch. Der Leitzins wurde verdoppelt, und Russland führte Kapitalkontrollen ein, um den Abfluss von Devisen ins Ausland zu verhindern. Ausländer dürfen russische Aktien an der Börse in Moskau nicht verkaufen. Exporteure - darunter die Energiegiganten Gazprom und Rosneft - müssen Euro- und Dollar-Einnahmen in Rubel tauschen und übernehmen damit beim Rubel-Stützen die Rolle der Zentralbank. In ausländischer Währung dürfen sich russische Unternehmen nicht mehr verschulden.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-Bankerin-die-Putin-rettet-article23288370.html

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