"Es ist anstrengend, sich Informationen zu beschaffen. Ich sage nicht, daß es früher einfacher gewesen wäre. Mindestens konnte man schneller der Illusion erliegen, sich umfassend informiert zu haben. Denn in verschiedenen Zeitungen gab es Unterschiedliches zu lesen. Das ist mittlerweile (fast) vollständig anders. In jedem Blatt werden Trump, Johnson und Co. identisch "eingeordnet". Der Typus des immer politisch korrekten Einheitsjournalisten hat beinahe alle Redaktionen erobert, von der taz bis zur FAZ.
Was ist geschehen? Wie kam es zur Machtergreifung der Vierten Gewalt, die derzeit alle anderen Staatsgewalten vor sich herzutreiben scheint? Ich wage, eine Art Mischung aus selbsterfüllender Prophezeiung und sozialem Zirkelschluß zu vermuten: Der studierte Germanist (mit oder ohne Abschluß) hängt alternativlos an seinem Redakteursjob wie ein Ertrinkender an der Planke. Von dort aus schreibt er gegen die Realitäten an - und vergrault dadurch seine eigenen Abonnenten. Während er seine Planke also sinken sieht, muß er zwangsläufig die staatliche Medienabgabe fordern. Und mithin immer mehr Politik und Steuern und Abgaben und weniger Freiheit.
Indem er dadurch aber auch - neben den Möglichkeiten seines Publikums, sich ungefiltert Information statt Haltung aus dem Netz zu beschaffen - vollends den Kontakt zu seinen Lesern verspielt, zerlegt er die traditionelle Rolle der Vierten Gewalt. In seiner Furcht und Verwirrung bleibt ihm als Erklärung der Geschehnisse nur die ökonomische Begründung, die sein marxistischer Germanistikprofessor ihm mit auf den Lebensweg gab: Das freie Spiel des Marktes ist schuld. Völker, hört die Signale... aber lest vorher noch den hier verlinkten Fleischhauer!" Carlos A. Gebauer bei Facebook
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