IBM soll unsere Impfausweise im Jahre 2021 herstellen....!?!
(Von 2001)
IBM-Systeme ratterten inzwischen überall, wo die Nazi-Gewalt marschierte bei SS-Stellen wie dem Rasseamt und dem Judenreferat. In den besetzten Ländern wurden jüdische Wohnstätten auf Grund maschineller Volkszählungsdaten geortet. Und ein IBM-Europarepräsentant berichtete 1944 in den USA, SS-Statistiker hätten "spezielle Untersuchungen aller Minderheiten in Rumänien" gefertigt dort wurden Juden und Roma denn auch nahezu vollständig erfasst und deportiert.
Dehomag-Maschinen arbeiteten in Konzentrationslagern, bei der Befreiung des KZ Dachau wurde eine Hollerith-Maschine modernster Bauart Typ "D-11 A" sichergestellt.
Auch wenn die Dehomag selbst mal Bedarf hatte, half das organisierte Zwangssystem. "Buchenwald speiste den Arbeitskräftebedarf für Hollerith", vermerkte Charles Dubost, französischer Ankläger beim Nürnberger Prozess.
Durch sein "ideologisch-technisches Bündnis mit dem Dritten Reich" (Black) war IBM-Chef Watson Mitte 1940 daheim missliebig geworden. Das FBI ermittelte, und ein Memorandum des Justizministerium stellte gar "IBM mit den Nazis auf eine Stufe".
Kriegsende: Der Hoflieferant wickelt ab
Als aber die Niederlage des Dritten Reichs sich immer klarer abzeichnete, war IBM schon wieder auf der sicheren Seite. Denn die Infrastruktur des zusammenbrechenden Deutschen Reichs war so weitgehend auf Hollerith-Technik angewiesen, dass ohne sie eine Beherrschung der Besiegten kaum möglich schien.
Während die Europa-Töchter noch den Feind bedienten, halfen IBM-Experten den USA schon einmal, die Standorte der am Kriegsschauplatz verstreuten Rechentechnik aufzulisten. Im Juni 1944 forderte ein US-Regierungsmemorandum, "die Übernahme und den Einsatz des bestehenden deutschen Apparats zur Kontrolle der Wirtschaft vorzubereiten".
Zentrale Dehomag-Betriebe, darunter die Fabrik in Sindelfingen, waren von schweren Bombenschäden weitgehend verschont geblieben, Firmenbeauftragte sammelten die auf dem Schlachtfeld Europa noch auffindbaren Maschinen ein immerhin 2348 wurden am Ende aufgespürt. Und mit Hilfe deutscher Mitarbeiter fasste, was von der Dehomag übrig geblieben war, wieder Fuß.
Ein großer Coup: erst der Hoflieferant Hitlers, dann strategischer Partner bei dessen Abwicklung. "IBM", bilanziert Buchautor Black, "war in gewisser Weise größer als der Krieg."
https://www.spiegel.de/wirtschaft/ibm-der-programmierte-massenmord-a-117132.html