Es geht darum, wer am schnellsten zuschlägt oder zutritt"
„Da geht es eher darum, wer am schnellsten zuschlägt oder zutritt. Und dafür wird man dann von den anderen sogar noch gefeiert. Viele betreiben Kampfsport, ein gestählter Körper ist das Nonplusultra.“
In den Herkunftskulturen dieser Kinder und Jugendlichen würden „andere Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder vorherrschen“, so Ebel. Ein Mann zähle oftmals nur dann etwas, wenn er sich mit Gewalt gegen andere durchsetzen kann.
Als „männlich“ gelten demnach dominante Jungs, die mit Waffen, Messern oder Schlagringen umzugehen wissen. „Für manche Schüler gehört ein Messer in der Hosentasche oder im Schulrucksack zur Normalität“, weiß Ebel. Andere führten Messer bei sich, um sich verteidigen zu können. „Der Konflikt zwischen Türken und Kurden oder zwischen Muslimen und Jesiden schwingt dabei fast immer mit.“
Während männliche Lehrer noch einen relativ guten Stand hätten, müssten Frauen zum Teil massive Anfeindungen ertragen. „Wenn uns Schüler beleidigen oder kränken wollen, tun sie das meistens in sexualisierter Fäkalsprache“, sagt Ebel zu FOCUS online.
„Du alte Hurentochter“, „Ich fick Dein Kopf“, „Nutte“, „Schlampe“, „Fotze“, „Halt die Fresse“, „Ich stecke Dich mit Aids an“, „Halt‘s Maul, Du Judenhure!“ – mit solchen Beschimpfungen werden Ebel und ihre Kolleginnen immer wieder konfrontiert.
Auch provozierende Rufe wie „Allahu akbar“ (Alles Lob gebührt Allah), „Nazi Hitler“ oder „Hamas! Hamas!“ schallten Ebel wiederholt entgegen