: "Der reibungslose Abfluss der Mineralien - Peru in der Sackgasse" (35 Min).
von Gaby Weber


https://www.youtube.com/watch?v=IH5WKU-W4uA


Ich hoffe, Ihr habt angesichts der schwierigen Situation in der Ukraine noch Zeit, Euch für den Krieg gegen die Armen zu interessieren. Im letzten Jahr war ja ein Linker zum Präsidenten gewählt worden, aber von linker Politik ist nichts zu spüren. Kein Wunder, dass die Leute die Geduld verlieren und seit einer Woche ist dort die Hölle los. Eine kurze Zusammenfassung unten. Ich hab für diesen Film fur zwei kurze Statements des geschassten Außenministers Béjar genommen, weil ich mit dem langen Interview eine extra Sendung mache, die kommt dann auch irgendwie, als historisches Dokument.


Reisekosten (Flug alleine 800 Dollar, dazu Hotel etc.) hab ich selbst gezahlt, daher hier nochmal die Spendenmöglichkeiten: Paypal über  gaby.weber@gmx.net und Comdirect Bank Iban DE53200411550192074300, BIC COBADEH055.


Soviel für heute erstmal. Herzliche aus Buenos Aires, Gaby


Anfang April erschüttert ein Aufstand die peruanische Hauptstadt Lima. Die Lastwagenfahrer protestieren gegen die erneut gestiegenen Benzinpreise und die Bauern und Bürger gegen die teuren Lebensmittel. Präsident Pedro Castillo vom linken Wahlbündnis Peru Libre erklärte kurzerhand den Notstand und verhängte eine Ausgangssperre. Doch die Proteste lassen sich nicht verbieten, die Regierung ruderte zurück. Die Polizei ging hart gegen die Demonstranten vor. Es gab Tote. Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass bezahlte Provokateure die Situation angeheizt haben. Das mag sein, aber fest steht auch, dass große Teile der Bevölkerung mit Castillos Politik unzufrieden sind. Er hält seine Wahlversprechen nicht ein und überlässt das Feld den rechten Parteien.

Die derzeitige peruanische Politik ist nicht einmal in der Nähe der Sozialdemokratie - sondern schlicht eine Fortführung des neoliberalen Kurses. Dies erklärt, warum sich Mitte letzten Jahres der US-Botschafter plötzlich gegen Keiko Fujimori gestellt und die Anerkennung des Wahlsieges des Dorfschullehrers Castillo gefordert hatte. Er weiß, wie sehr die peruanische Rechte in den Drogenhandel verstrickt ist. Sie eignet sich, um weitergehende Reformanstrengungen in Schach zu halten. Aber für ein reibungsloses Abfließen der Rohstoffe sorgt auch Castillo.


Präsident Castillo und sein als linke Alternative angetretenes Wahlbündnis sind bereits nach wenigen Monaten Realpolitik politisch isoliert. Wenn sie weiter machen wie bisher, wird es zu weiteren Hungeraufständen und gewaltsamen Protesten kommen.

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