WEF wünscht sich ja "Lebenslanges Lernen"


Das neue Empfehlungspapier des Wissenschaftsrats zu Studium und Lehre mahnt zu Recht einen Qualitätssprung an. Wie er gelingen soll, ist die große Frage. Denn die geforderten Maßnahmen laufen in Zeiten einer angespannten Haushaltslage auf eine deutliche finanzielle Mehrbelastung hinaus. Das gilt etwa für die Forderung nach einem akademischen Mentorat: Nach der Vorstellung der Autoren soll in kleineren Gruppen gelehrt werden, das Fernziel ist die individuelle Betreuung von Studenten, was man getrost als Wunschvorstellung bezeichnen kann. Um ihr etwas näher zu kommen, müsste man zentrale Stellschrauben wie das Kapazitätsrecht verändern. Das Papier sendet ein deutliches Reformsignal an Bund und Länder, die in diesem Punkt, siehe nebenstehenden Artikel, aber nur wenige Anstrengungen unternehmen.

Andere Empfehlungen versuchen die Bürokratiefolgen und das ökonomische Menschenbild der Bologna-Reform zurückzunehmen. So soll die Zahl der Prüfungen und Veranstaltungen reduziert werden. Die Verwaltungen sind aufgefordert, unnütze Berichtspflichten aufzuheben. Die Dozenten sollen mehr Spielraum bei der Gestaltung der Lehre haben. Das alle sind sinnvolle Vorschläge, die den Vorzug haben, nichts zu kosten. Sie orientieren sich am Bild eines mündigen, reflektierten Studenten, der das Studium nicht als Durchgang zum Arbeitsleben, sondern als persönlichen Reifungsprozess betrachtet, und dem man dafür ebenso wie seinem Dozenten die Zeit und die Freiheit geben muss. In die gleiche Richtung zielt die Forderung, den Wettbewerbsdruck zu reduzieren und die Lehre wieder stärker über die Grundausstattung zu finanzieren.

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/wissenschaftsrat-favorisiert-studium-zur-persoenlichkeitsbildung-18000547.html

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