"Wer als Freidenker im totalitären Staat der DDR so lange der Indoktrination ausgesetzt war wie Dichter Reiner Kunze, der 1977 mit seiner Ehefrau Elisabeth in den Westen übersiedelte und in Erlau im Landkreis Passau lebt, der hegt eine tiefe Skepsis gegen verordnete Gebote des Denkens und Redens.
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Wer diese Ausdrucksmöglichkeiten für sein natürliches Geschlecht als diskriminierend empfindet und ihren Gebrauch bekämpft, bekämpft die Sprache, indem er ihre Verarmung befördert. Er beraubt die Menschen der Möglichkeiten, in allgemeinen, geschlechtsübergreifenden Begriffen zu sprechen, was zum Verschwinden ungezählter Wortbedeutungen führt. Der Wähler ist dann stets ein Mann, die Wählerin eine Frau, das geschlechtsneutrale Wort für eine Person, die wählen geht, ist jedoch verschwunden.
Redewendungen wie "Übung macht den Meister" oder "Der Klügere gibt nach" dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf."
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