Der Einwanderer wuchs in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einer nach dem Krieg erbauten Sozialbau-Siedlung in Bonn auf. Er kam mit seinen Eltern von weit her, aus einem für Einwanderer eher untypischen Land.
Er beschreibt in seinem Text, der zu den besten und vor allem rührendsten Texten gehört, die ich je über Deutschland aus der Sicht eines Einwanderers gelesen habe, die Deutschen, mit denen er aufwuchs. Nicht die Kinder, er beschreibt die damals schon Alten, die Ausgebombten, die Kriegsheimkehrer, die Vertriebenen. Männer, die nie ohne Mantel und Hut, diesen beim Gruß vor seinen Eltern stets erhebend, aus dem Haus gingen.
Es waren Männer, die dem kleinen Jungen Primärtugenden wie Bescheidenheit, Ehrfurcht und Redlichkeit beibrachten, aber auch die Wichtigkeit der Sekundärtugenden Disziplin, Fleiß und Pünktlichkeit. ´
In seinen Zeilen schlägt der Einwanderer einen Bogen von der damaligen Bundesrepublik zum heutigen Deutschland. Sein Resümee trieb mir die Tränen in die Augen.