Keine Position da? Von der Leyen erfindet eine neue!

"Frau von der Leyen hat einen Berater. Mal wieder."

"Während man in Deutschland gelangweilt dabei zusehen konnte, wie die mit der Berateraffäre verbundenen Ungeheuerlichkeiten sich folgenlos in Luft auflösten, arbeitete unsere Frau in Brüssel in aller Ruhe an einer neuen. Und die geht so: Der gelernte Journalist Jens Flosdorff gehört zu den engsten Vertrauten der Kommissionspräsidentin. Er schrieb für ein großes deutsches Schmierblatt, wechselte dann auf die dunkle Seite der Macht und folgt seiner neuen Herrin, seit sie 2003 mit der Privatisierung niedersächsischer Krankenhäuser – laut Landesrechnungshof weit unter Wert – ihre ersten politischen Schritte tat."

"Schnell arbeitete sich Flosdorff vom profanen Pressesprecherstellvertreter zu etwas herauf, das man seinerzeit Spin-Doctor nannte. Nach Auskunft von "Zeit"-Redakteur und Leyen-Biograf Peter Dausend ist Flosdorff im "System von der Leyen" kein Geringerer als "der beinharte Taktiker, der seine Chefin nach ganz oben coacht". Sein bestes Rezept war offenbar: weg vom Text, hin zum Bild. Von der Leyen sollte fortan mehr durch smart komponierte Bilder wirken als durch verbale Interaktion mit möglicherweise kritischen Journalisten."

"Gern hätte sie mit Jens Flosdorff wohl gemacht, was sie immer mit ihm gemacht hat. Und ihm die gut dotierte Stelle des Pressesprechers zugeschanzt."

"Und – leider, leider – kann auch der gewiefteste Kommissionsfuchs die fundamentalsten Regeln der Brüsseler Bürokratie nicht einfach außer Kraft setzen. Zum Beispiel die, dass Pressesprecher der Kommission nur werden kann, wer Ausdruck und Herr der europäischen Sprachenvielfalt ist, insofern er zumindest ihre drei dollsten Ausprägungen beherrscht: Englisch, Französisch und Deutsch.

Herr Flosdorff ist des größeren Teils dieser Ausdrucksformen NICHT mächtig. Und damit wäre er eigentlich raus. Der Pressesprecherjob ging an einen anderen, der die erforderlichen Qualifikationen mitbrachte."

"Frau von der Leyen ihren privaten Coach –und persönlichen Freund – mangels Qualifikation also nicht in einer der verfügbaren Positionen installieren konnte, tat sie Folgendes: Sie erfand einfach eine neue.

Damit wir uns richtig verstehen: Die Kommissionspräsidentin erfindet eine Position, die es in der streng hierarchisierten Kommissionsbürokratie gar nicht gibt, nur um einen Gefolgsmann, der die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen nicht erfüllt, auf EU-Kosten beschäftigen zu können.

Die für Flosdorff geschaffene Stelle trägt die verblüffend unverschleierte Bezeichnung "BERATER für Kommunikation des Kabinetts" ("conseiller en communication de son cabinet"). Und weist dem in allen europäischen Belangen völlig unbeschlagenen PR-Coach – der Einfachheit halber – als einzige Aufgabe zu, zu tun, was er immer getan hat: Seine Chefin gut aussehen zu lassen."

"Unvorsichtigerweise hat von der Leyen – noblesse oblige – sich hier nicht lumpen lassen und ihren – nach den Einstellungskriterien für EU-Beamte gänzlich ungeeigneten – Bild-Berater aus dem Stand in den zweithöchsten Dienstgrad (AD15) von sechzehn möglichen katapultiert & und ihm den Rang eines Stellvertretenden Generaldirektors (DGA) zugewiesen. Eine Stellung, die hochqualifizierte EU-Beamte mit Glück nach zehn Studien- und zwanzig Arbeitsjahren erreichen. Von der Leyens persönlicher Imageberater erhält übrigens monatliche Bezüge in Höhe von 20.000 Euro – und verdient damit genau so viel wie die deutsche Bundeskanzlerin (Merkel). Das europäische Budget, also SIE, wird dieser Spaß mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro belasten."

archive.is/QAalK

t.me/SandraGabriel269

2 comments

Psychodad
danke Sandra für deine unnachahmlich bissige Zusammenfassung. So langsam fällt einem zu alledem aber auch echt nicht mehr viel ein... alles schon 1.000 mal gedacht, gesagt und gepostet. Wir Zeit für den Neuanfang, aber nicht so wie DIE sich das ausgedacht haben. Ich hätte gerne die Version mit MENSCHLICHKEIT statt SATANISMUS. Geht das?
🤬🤬🤬🤬🤬🤬🤬