"Auf den ersten Blick bestechen Faktenchecks durch Nüchternheit und Sachlichkeit. Während es im Eifer des diskursiven Gefechts oftmals drunter und drüber geht, sollen sie dafür sorgen, dass die Spreu der Unwahrheit vom Weizen der Wahrheit getrennt wird. Doch so gut das auch klingt und so gern wir immerfort informiert und aufgeklärt sind, so fahrlässig ist es, Faktenchecks voreilig für den Goldstandard journalistischen Qualitätsmanagements und das Nonplusultra demokratischer Willensbildung zu halten.
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Faktenchecks sind für die Zukunft nicht zuständig. Doch auch ihr Blick in die Vergangenheit ist trügerisch: Sie suggerieren eine Klarheit, die es nicht gibt, und eine Objektivität, die subjektiv gefärbt ist – von der Vorauswahl der zu prüfenden Fakten bis hin zur Vorauswahl der dafür zu würdigenden Quellen.
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Wenn wir die Grenzen des Faktencheckings nicht bedenken, dann besteht die Gefahr, dass es keine informierte, aufgeklärte Streitkultur, sondern stattdessen eine Unkultur pseudoinformierter, möchtegernaufgeklärter Besserwisserei befördert. Das wäre tragisch, geht es doch nicht zuletzt darum, Fakten gegenüber Fake News zu verteidigen, ohne mit falschen Versprechungen der Faktenchecks zugleich neue Fake News zu fabrizieren."
https://www.deutschlandfunkkultur.de/faktenchecks-eindeutige-antworten-gibt-es-oft-nicht.1005.de.html?dram:article_id=481174

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