Schon von Anfang März, aber jetzt erst gefunden. Ideal für die, die immer noch Angst vor einem neuen Virus haben. Gerd Gigerenzer, deutscher Psychologe und Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin:
"Wir haben im Moment Angst, durch das neue Virus zu sterben. Aber: Wir haben zugleich kaum Angst, durch die Dinge zu sterben, die - im Moment - wahrscheinlicher sind, dass sie uns umbringen. Zum Beispiel die normale Grippe."
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Autofahren, Motorradfahren, Zigarettenrauchen: Alles sei nach aktuellem Stand deutlich gefährlicher für den einzelnen als das Coronavirus. Angst davor habe aber kaum jemand. Auch, weil Medien darüber nicht so intensiv berichten. Weil es an den Vergleichen fehlt.
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Viele Amerikaner verzichteten in Folge des Anschlags auf Reisen mit dem Flugzeug. Die Folge: ein massiver wirtschaftlicher Einbruch einer ganzen Branche. Und: deutlich mehr Todesfälle.
Denn viele Amerikaner hätten statt des Flugzeugs das Auto genommen. Das Risiko zu sterben, ist im Straßenverkehr aber deutlich höher als in der Luft. "Meinen Berechnungen zufolge hat das 1.600 Amerikanern zusätzlich das Leben gekostet", sagt Gigerenzer. Die Angst hatte also tödliche Folgen. Und Gigerenzer folgert: "Wir müssen Angst haben vor unserer eigenen Angst."
Ihn wundere, sagt Gigerenzer, dass man aus den letzten Gesundheitskrisen dieser Art nichts gelernt habe – von Sars bis zur Schweinegrippe. "Schauen Sie doch ins Archiv", sagt er: Bei der Schweinegrippe hätte es über Wochen die selben Schlagzeilen gegeben. Zahlreiche Schulen seien in Deutschland geschlossen worden. Die WHO habe Millionen Tote prognostiziert."
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-risiko-gigerenzer-100.html