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Auch wenn vom Rande der Gesellschaft gern behauptet wird, man dürfe nichts mehr sagen: Das meiste sagen sie ja doch ungestraft. Doch es gibt kein Anrecht darauf, dass ihnen geantwortet wird, und schon gar keines auf Zustimmung. Wenn der Onkel am Kaffeetisch oder die Freundin aus dem Sportstudio mit wissenschaftsleugnenden, demokratiefeindlichen Ideologien kommen und behaupten, mit der Impfung würden den Menschen Mikrochips implantiert, oder sich mit Sophie Scholl vergleichen, darf man das Gespräch ruhig beenden. 

Den Kontakt zur eigenen Schwester, zum Nachbarn oder dem Kumpel aus Schulzeiten zu verlieren, tut weh. Wer hier nicht aufgeben will, sollte sich bewusst machen, dass Fakten laut Experten nicht das geeignete Mittel dafür sind. Verschwörungsgläubige hängen einem geschlossenen Weltbild an, oft sind sie dort aus tiefer liegenden Sorgen oder Ängsten hineingeraten. Im Einzelfall kann man versuchen, diese Ängste zu identifizieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Fragen Sie nach, statt zu belehren, wählen Sie einen geeigneten Rahmen für das Gespräch, statt es in großer Runde an Silvester zu besprechen, und setzen Sie sich Grenzen, ab denen es nichts zu diskutieren gibt. Vereine wie Veritas in Berlin bieten Angehörigen dazu außerdem Beratungen an.


https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-12/querdenker-umgang-diskussionen-tipps

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