Sanktionen gegen Bulgarien: Die EU schweigt, denn den "Guten" sieht man kleine Sünden nach

Das US-Finanzministerium nannte es seinen grössten Schlag gegen die Korruption, als es soeben neue weitreichende Sanktionen gegen Privatpersonen und Firmen verhängte.

Doch wer ist das Opfer der Maßnahmen? Belarus, Iran, China oder Nordkorea? Falsch. Es ist ein Nato-Partner und obendrein Mitglied der Europäischen Union: Bulgarien.

Seit Jahren schon gilt der Balkanstaat als das korrupteste EU-Land. Keine einfache Leistung, gemessen an der südosteuropäischen Konkurrenz.

Doch Brüssel, das bei üblichen Verdächtigen in Moskau, Minsk oder Teheran und bei Mitgliedern wie Ungarn oder Polen flugs mit Strafen zur Stelle ist, lässt bei den Bulgaren Milde walten. Auch Washingtons neueste Sanktionen wollte man lieber mit Schweigen übergehen.

Des Rätsels Lösung: Bulgariens Dauer-Premier Boyko Borissow ist nicht nur Parteifreund, sondern auch unverzichtbarer Partner jener beiden Damen, auf die es in der EU ankommt: Ursula von der Leyen und Angela Merkel.

Im Grunde genommen hat er sie in der Hand. Aber diese Methode kennt man ja in korrupten Staaten.

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