In der Bundesregierung kann man die Kritik aber auch grundsätzlich nicht nachvollziehen. Deutschland sei sicher nicht das EU-Land mit dem größten Reformbedarf, heißt es. Auch dürfe es in den Verhandlungen mit der EU nicht darum gehen, Symbolpolitik für andere Länder zu betreiben, sondern die für Deutschland besten Investitionen und Reformen anzuschieben. „Da befinden wir uns in einem normalen Aushandlungsprozess mit der EU“, versucht ein Regierungsvertreter den Streit herunterzuspielen.
Noch hat die Bundesregierung Zeit, den Konflikt zu lösen. Ende April muss sie den finalen Reformplan nach Brüssel schicken. Doch was, wenn die Kommission weiter unzufrieden ist? Hält sie die 25 Milliarden Euro für Deutschland dann ernsthaft zurück?