Wenn das System klare Verhältnisse schaffen würde, würde es sich selbst bloßstellen, stattdessen tut es nur so als ob, indem es kleine Wahrheiten scheibchenweise wiedergibt, diese als “große Wahrheiten” verkauft, um die Massen nicht zu überfordern und um sie zu gewöhnen. Genauso offenbaren sich auch die Wirkungen jener “Offenlegungen” dann immer zu Zeitpunkten - und wiederum nach der Salamitaktik -, wenn das brisante Thema längst von gestern ist und jenes “Scheibchen” die Massen nicht mehr tangiert. Dadurch wird auch die größte Lüge sukzessiv, aber sicher, irgendwann akzeptabel bis vertretbar. Das System und seine Mitwisser, seine Vertreter in Person und öffentlichen Wirken, wissen, dass die Masse von Natur aus an Amnesie leidet bzw. sich in ihrer Vergesslichkeit wohl fühlt.
Die Salamitaktik ist ein auf die Massen zugeschnittenes Verfahren, welches sogar das verbrecherischeste Handeln legitimieren kann, wenn man in der Lage ist abzuwarten, in längeren Zeiträumen zu denken und zu planen, etappenweise agieren zu können und schließlich ein Meister in Sachen Kausalität ist. Ein Kulturmensch und sein Volk würden darauf nicht in solchem Maße hereinfallen, wie es beim Demokratie huldigenden Massenmenschen der Fall ist – die Masse ruft förmlich danach in solche Fallen zu tappen, weil sie anders nicht zu bändigen und zu bewegen ist.
Die Bundestagswahl hat genau dies erneut bestätigt: Die Masse glaubte wieder an die Wahl, damit mitbestimmen zu können und am Ende bekommen sie dasselbe vorgesetzt, was schon vorher und davor schon (…) an der Reihe war, sie zu verführen, nur die Personalien haben sich geändert. Die Bewusstlosigkeit der Masse ist auch ihre Wesenheit, denn nicht sie ist es, die “sich eine Meinung bildet”, sondern ihre Meinung wird von anderer Hand gebildet, sodass kein Zweifel besteht: Nein, der Wähler hat nicht gewählt, sondern das System hat die Massen mobilisiert, um sich selbst zu beleben und jedweden Wandel zu verhindern. Wenn auch die scheinbar bissigste Opposition versucht wird zu verhindern, so bleibt auch sie nur ein Mittel, um “Meinungsvielfalt”, Diskurs und Toleranz zu heucheln und eine Sprosse höher, wenn die selbsterkorenen Dissidenten zu Regenten werden, veräußert sich dann auch glasklar – wobei sich dies schon vorher offenlegt, jedoch die Masse ist auch wenig sehend –, dass dort derselbe Grundgedanke und dasselbe Handeln beheimatet ist.
Durch das scheibchenweise Agieren (Salamitaktik) wird stets der Kern der Sache verschleiert, weshalb es nicht erkannt wird, dass Partei X und Y sich bis ins Identische ähneln, obwohl sie sich – eben nur – rhetorisch duellieren. Die Masse hat keinen inneren Drang zum Grund der Dinge gelangen zu wollen, weshalb sie sich mit den äußerlichen Scheibchen begnügen und auch nur so anzusprechen sind – dort sieht sie dann die vermeintlichen Divergenzen und Differenzen. Man überlege nur mal: Das Substrat demokratischer Wahlen sind die Wählerstimmen, aber am Ende wird eine Regierung gebildet, die durchaus auch einer Vielzahl der Wahlstimmen wenig Beachtung schenken kann. Warum auch?! Keine Regierung, die nicht den völligen Untergang ihrer staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung zu verantworten haben will, legt alle Entscheidungsgewalt in die Hände der Mehrheit und dazu gehört das Bilden einer Regierung. Das Grundprinzip demokratischer Wahlen ist es eben, einen Wandel durch die Beweglichkeit und der (Fremd-)Bewegung der Mehrheit zu vereiteln und auch ungewollte Regungen abfedern zu können, wobei diese zumeist nicht ungewollt sind und eine Prüfungsphase darstellt, zur weiteren Gewöhnung. Die Masse erkennt nicht den grundlegenden Pfad!
In der künftigen Legislaturperiode zeigt sich dann ebenfalls scheibchenweise, wie es um das Gewählte bestellt ist, dann tritt die Amnesie ein und der Wähler wählt wieder das was davor schon als “unfähig” und “schädlig” konstatiert wurde (natürlich wieder erst zu dem Zeitpunkt als das Kind schon in den Brunnen gefallen war...), oder er wählt tatsächlich etwas “Neues”, welches sich nur in einer Selbstdarstellung abstrakt so