Wemeze sagt:

Pazifismus wird immer wieder von jenen missverstanden, die den Frieden beschwören, ohne seine Bedingungen zu begreifen. Der wahre Pazifismus entspringt nicht einer weichgespülten Moral, die jede Form der Wehrhaftigkeit verdammt, sondern einem klaren Bewusstsein für die Verantwortung, Gewalt nicht zu beginnen. Doch dieser Grundsatz verwandelt sich in sein Gegenteil, wenn er zur Forderung wird, sich Gewalt zu beugen. Wer im Namen des Friedens empfiehlt, sich dem Angreifer auszuliefern, fordert nicht den Verzicht auf Gewalt, sondern die Kapitulation vor ihr. Er erklärt den Übergriff zur höheren Macht, der der Angegriffene sich sittsam zu fügen habe, damit man selbst nicht die Mühen des Denkens und Handelns auf sich nehmen muss.

So verwandelt sich der Pazifismus mancher politischer Stimmen in eine bequeme Abstraktion, die die Welt lieber in sauberer Theorie als in schmerzlicher Realität betrachtet. Wenn etwa öffentliche Figuren wie Sahra Wagenknecht oder Richard David Precht fordern, die Ukraine müsse im Krieg mit Russland „Kompromisse“ eingehen, dann wird aus der moralischen Weigerung zur Gewalt eine moralische Weigerung zur Verantwortung. Und wenn politische Kräfte wie die rechtsextreme AfD die gleiche Forderung erheben, dann zeigt sich, dass diese Haltung nicht aus Friedensliebe gespeist wird, sondern aus der Bereitschaft, den Aggressor zu belohnen. Der Überfall Russlands auf die Ukraine ist kein Konflikt zweier gleichwertiger Positionen, sondern ein Angriffskrieg, der jeden moralischen Anspruch an Kompromisse zerstört. Wer dennoch den Angegriffenen zur Nachgiebigkeit drängt, predigt eine Form des Pseudopazifismus, die nur in der Theorie friedlich wirkt, in der Praxis aber Gewalt verstetigt.

Pazifismus bedeutet, niemals der erste Schlag zu sein. Er bedeutet nicht, den zweiten zu verweigern, wenn der erste bereits gefallen ist. Staaten wie Individuen haben das Recht und die Pflicht, dem Angriff zu widerstehen, denn wer dem Aggressor nachgibt, bestätigt seine Logik. Frieden entsteht nicht durch das Opfer, das sich darbringt, sondern durch die klare Grenze, die ein Angriff nicht überschreiten darf. Wenn die Ukraine sich verteidigt, dann tut sie das nicht im Widerspruch zur Friedensethik, sondern in ihrer bitteren Konsequenz. Ein Pazifismus, der dies leugnet, rettet nicht den Frieden, sondern die Bequemlichkeit derer, die lieber die Realität beugen als ihren Begriff von Moral.
https://gegen-hass-und-hetze.de/gegen/wemeze-2-0/

Tja... 🤮

@ https://t.me/PaulaPCay

Comments

Be the first to add a comment