https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/die-schweiz-haette-die-kurve-auch-mit-weniger-einschraenkungen-gekriegt-war-der-lockdown-uebertrieben-ld.1221111

Ähnlich wie beim BMI-Leak von Stephan Kohn unter Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten, kommt auch im Nachbarland Schweiz ein Papier der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zu dem Ergebnis, dass die Lockdown-Massnahmen einen geringen Effekt haben und die Reproduktionsrate bereits vor dem Lockdown am abflachen war. „Die Epidemie war schon am 21. März unter Kontrolle. Und einige Massnahmen hatten einen geringen Effekt.“

Brisant dabei ist auch, dass der Bundesrat in seinen Lageberichten genau die Methode verwendet, die die Urheberin des Papiers, Tanja Stadler, entwickelt hat. Wie auch beim BMI, wurde versucht die Aussagen zu relativieren: „Die ETH versuchte, die Schlagzeile wieder aus der Welt zu kriegen. Ein ETH-Sprecher tweetete: «Dieser Titel ist reisserisch, irreführend und falsch.» Stadlers Team verlinkte den Zeitungsartikel auf seiner Institutswebsite und schrieb dazu, welchen Titel sich die Forscher stattdessen gewünscht hätten. Wörtlich: «Das beherzte Eingreifen des Bundesrats hat Wirkung gezeigt.» Offenbar wollte die ETH die Lockdownkritiker nicht unterstützten, im Gegenteil: Sie wollte den Kurs des Bundesrats stützen. Das unnötige Adjektiv «beherzt» entlarvt die Absicht.“

Stadler befürwortet aber – im Gegensatz zu Kohn - weiche Massnahmen: „Sie befürworte eine offene Diskussion über die Massnahmen des Bundesrats. Ihre Einschätzung lautet aber: «Der Wert R lag vor dem Lockdown bei 1,2 und wäre mit gleichbleibendem Verhalten nicht mehr weiter gesunken.» Dafür seien zusätzliche Verhaltensveränderungen oder Massnahmen notwendig gewesen. Offen bleibt aber, ob sich die Menschen nicht auch ohne Lockdown vorsichtiger verhalten hätten.“

Stefan Feuerriegel von der ETH überprüft international die Massnahmen und kam zu dem Schluss: „Die meisten Massnahmen führten zu einer Reduktion der Neuinfektionen um mehr als dreissig Prozent. Zwei Massnahmen zeigten jedoch eine deutlich geringere Wirkung. Schulschliessungen hatten lediglich eine Reduktion von acht Prozent zur Folge. Ausgangssperren hatten einen Effekt von nur fünf Prozent.“ Damit kommt er zu einer anderen Einschätzung als die WHO selbst im Oktober 2019 (s. https://t.me/GFTV_HH/2313).

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