"Im Laufe der Corona-Pandemie mussten Experten häufig ihre Einschätzungen korrigieren. Besonders auffällig war das beim Thema Schutzmasken. Anfangs riet man ganz davon ab. Dann wurde eine Zeit lang betont, dass Masken keinen Selbstschutz böten, wohl aber Mitmenschen vor Ansteckung bewahren könnten. Inzwischen sind sich Experten überwiegend einig, dass selbst einfache OP-Masken für beiderlei Zwecke sinnvoll sind. Dass auch die zögerliche Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Anfang Juni in bestimmten Situationen zum Masketragen rät, ist einem deutschen Mediziner zu verdanken, der seit vielen Jahren in Kanada forscht. Holger Schünemann, Professor an der McMaster University in Hamilton, hat zusammen mit Kollegen die Datenlage analysiert und im Fachmagazin Lancet veröffentlicht.
[...]
Unsere Datenbasis beruht nicht auf randomisierten, also zufallsverteilten Studien. Bei den Untersuchungen wurde nicht ausgelost, wer eine Maske tragen soll und wer nicht. Das ist eine Schwäche. Aber die 80-prozentige Risikoreduktion ist relativ konstant über die Studien. Dass Masken einen Effekt haben, ist deshalb schon ziemlich sicher. Nur nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin - und auch wegen anderer Schwächen der Studien – reicht das eben nicht, um von mittlerer oder hoher Sicherheit zu sprechen."
https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/experte-es-war-nicht-einfach-die-schutzwirkung-von-masken-zu-beweisen-li.96920?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE