Jungs Trickster-Archetyp & das Chaos von COVIDKENNY CARMODY, 14. Juni 2026
Übersetzung aus dem Englischen mittels Google,
Redaktion: Hans Tolzin
Jede Kultur der Menschheitsgeschichte kennt einen Trickster. Loki. Kojote. Hermes. Anansi. Den Narren.
Jung identifizierte den Trickster als einen der grundlegendsten Archetypen im kollektiven Unbewussten – nicht etwa, weil Menschen das Chaos lieben, sondern weil die Psyche etwas begreift, das Institutionen niemals wahrhaben wollen. Ordnung, auf die Spitze getrieben, erstarrt zu Starrheit. Und Starrheit, der nicht widersprochen wird, wird zum Gefängnis.
Die Funktion des Tricksters ist nicht Zerstörung um der Zerstörung willen. Es geht um das Aufbrechen von Systemen, die zu sehr in sich geschlossen, zu sehr von ihrer eigenen Gewissheit überzeugt und zu sehr gegen jene Realität abgeschottet sind, zu deren Bewältigung sie einst geschaffen wurden.
COVID war – unter anderem – ein außergewöhnliches Trickster-Ereignis. Es erschien nicht höflich innerhalb der Kategorien, die das Gesundheitswesen für solche Fälle vorgesehen hatte. Es reagierte nicht vorhersehbar auf die ergriffenen Maßnahmen. Es verteilte seine zerstörerische Wirkung nicht gleichmäßig auf jene Bevölkerungsgruppen, denen man ein gleiches Risiko attestiert hatte.
Es legte die Anfälligkeit der Lieferketten, die Brüchigkeit des Vertrauens in Institutionen, die Unzulänglichkeit von Modellen und die enorme Kluft zwischen dem Autoritätsanspruch von Expertensystemen und deren tatsächlichem Wissen offen. Genau das tut der Trickster immer. Er greift das System nicht von außen an. Er spürt die Stelle auf, an der die Logik des Systems den Bezug zur Realität verloren hat, und macht diese Entkoppelung sichtbar.
Die Reaktion der Institutionen auf den Trickster ist stets dieselbe: Man beharrt noch stärker auf Autorität. Man forciert die Gewissheit. Man unterdrückt Informationen, die auf die Ungereimtheit hinweisen. Man bestraft die Überbringer der Botschaft, die auf die Kluft aufmerksam machen.
Diese Reaktion verschlimmert die Lage jedoch nur. Denn der Trickster lässt sich nicht durch noch mehr Starrheit besiegen. Er lässt sich nur integrieren, wenn man bereit ist, ehrlich auf das zu blicken, worauf er hinweist.
Wissenschaftler, die Unsicherheit einräumten, untergruben nicht die öffentliche Gesundheit. Sie taten vielmehr das Einzige, was sie hätte bewahren können: Sie sagten die Wahrheit über die Grenzen des Wissens.
Den Trickster kann man nicht zum Schweigen bringen. Man kann ihm nur zuhören. Und jede Krise der Geschichte, der man eher mit einer Steigerung institutioneller Gewissheit als mit einem ehrlichen Eingeständnis der Unsicherheit begegnete, führte zum selben Ergebnis. Mehr Chaos. Später. Bei gleichzeitig geringerer Fähigkeit, darauf zu reagieren. Der Trickster wollte uns etwas mitteilen.
Die Frage ist, ob wir endlich bereit sind, es zu hören.
Quelle:
https://kennycarmody.substack.com/p/jungs-trickster-archetype-and-theKommentar von Hans U. P. Tolzin:Ich finde diese ungewöhnliche Sichtweise auf die Corona-Krise bereichernd. Sie führt jedoch zu weiteren Überlegungen. Denn dass die Macher der Corona-Krise Gutes mit der Erschaffung eines solchen Tricksters im Sinne führten, bezweifle ich. Die Absicht scheint mir vielmehr abgrundtrief diabolisch zu sein. Und hier treffe ich wieder einmal auf ein spirituelles Paradoxon: Das Böse schafft sich letztlich selbst ab, weil es die "Schlafschafe" unter uns zwingt, es wahr und ernst zu nehmen und grundlegende Entscheidungen zu treffen, denen wir bisher vielleicht ausgewichen sind. Z. B. durch die Erschaffung eines Tricksters, der jedoch seinen eigenen Gesetzen folgt. Ich bleibe also optimistisch!