"Britische Epidemiologen rund um den obersten medizinischen Berater der Regierung, Chris Whitty, verfolgen das Konzept der "Herden-Immunität", nach der Ansteckungen nicht verhindert werden sollen, um schnellstmöglich eine flächendeckende Immunisierung der Bevölkerung gegen das Corona-Virus zu erreichen. Patrick Vallance, wissenschaftlicher Experte im Dienst der Regierung, erklärt das damit, dass man die Gefahr einer Übertragung in dem Maße reduziere, in dem der Grad der Immunisierung nach erfolgter Infektion steige. Wenn mindestens 60 Prozent der Bevölkerung das Virus gehabt hätten und wieder gesundet seien, sei auch das Risiko einer zweiten Welle im Winter geringer.
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Ausgenommen von der Strategie der Massenansteckung sind Alte und Kranke, also Risikogruppen; dazu hat Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag angekündigt, über 70-Jährige könnten demnächst aufgefordert werden, sich über Wochen hinweg selbst zu isolieren.
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Man folge "nur dem Rat der Wissenschaftler" und tue nicht lauter Dinge, die "nur gut klingen". Großbritannien habe derzeit knapp 1400 bekannte Fälle und 35 Tote zu verzeichnen; in anderen Ländern seien die Zahlen weitaus dramatischer.
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In offenen Briefen fordern Wissenschaftler aller Fachrichtungen, die Maßnahmen anderen EU-Ländern anzupassen; die Praktikabilität der Herdenimmunitäts-Theorie sei nicht bewiesen und könne, da nicht alle gefährdeten Personen geschützt werden könnten, schlimmstenfalls zu Todeszahlen führen, welche die Toten im Zweiten Weltkrieg überstiegen."
https://www.sueddeutsche.de/politik/grossbritannien-coronavirus-herdenimmunitaet-1.4847188

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