🇩🇪⛪️ Flexibel im Glauben, treu im System: Wie die Kirche Gott erfolgreich wegrationalisiert hatAch, die Kirche. Man muss sie einfach für ihre beständige, fast schon rührende Flexibilität bewundern. Da behauptet sie seit Jahrtausenden, die exklusive Bodenstation für den Allmächtigen zu sein, doch wenn man sich ihr irdisches Portfolio in Deutschland so anschaut, stellt man fest: Der Heilige Geist hat hier schon vor langer Zeit das Abo gekündigt. Aber hey, wer braucht schon göttliche Inspiration, wenn man sich so wunderbar den jeweiligen weltlichen Trends anpassen kann?▪️Blicken wir doch mal mit nostalgischem Spott zurück: Als es im letzten Jahrhundert darauf ankam, Rückgrat zu beweisen, hat man im Namen des Herrn erstaunlich geschmeidig
den Arm gehoben. Da wurde das Weihwasser eben kurzerhand zum Segnen von Panzern umfunktioniert, und das "Vaterunser" klang plötzlich verdächtig nach "Heil". Man wollte ja schließlich keinen Ärger mit der neuen Obrigkeit. Jesus predigte zwar irgendwas von Nächstenliebe und Widerstand gegen das Unrecht, aber der war ja auch kein eingetragener Verein mit Kirchensteuerprivileg. Da muss man Prioritäten setzen! Gottes Wege sind eben unergründlich, die der politischen Selbsterhaltung dagegen extrem logisch.
▪️Und heute? Da der Herrgott im Himmel offensichtlich keine Pressemitteilungen mehr herausgibt, hat man sich einfach ein neues Hobby gesucht: Die Generation "Moralapostel 2.0". Statt das Seelenheil zu pflegen, mutiert das Gotteshaus zum hippen Debattierclub. Sonntagspredigten lesen sich mittlerweile wie das schlecht redigierte Wahlprogramm einer politischen Splittergruppe. Man rettet das Klima, managed die Migrationsströme und betreibt Haltungsjournalismus von der Kanzel aus – alles natürlich mit dem unfehlbaren Heiligenschein der moralischen Überlegenheit.
Es ist wirklich faszinierend: Früher ging es um Himmel und Hölle, heute geht es um die richtige CO₂-Bilanz des Abendmahlweins und das korrekte Gendern der Schöpfungsgeschichte.
Man muss der Kirche eines lassen: Sie bleibt am Puls der Zeit. Zwar hat sie auf dem Weg dorthin Gott, den Glauben und jegliche spirituelle Relevanz verloren, aber dafür sitzt sie bei jeder politischen Talkshow in der ersten Reihe. Ein genialer Tausch. Wer braucht schon das ewige Leben, wenn man stattdessen im weltlichen Zeitgeist mitschwimmen kann? Amen.
(Bildquelle aus: Pfarrer Hermann Mencke
und die Pfarrei St. Martin Garmisch zur Zeit des Nationalsozialismus & Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek München)