Was an ChatGPT besonders ist: Im Gegensatz zu früheren Chat-Robotern, die auch ausfällig und diskriminierend werden konnten, bleibt ChatGPT stets respektvoll. Das hat damit zu tun, dass dem Roboter ganz gezielt beigebracht wird, was Hass und Gewalt sind.
Das Problem: Es sind Menschen – in der Regel schlecht bezahlte Arbeitskräfte aus dem globalen Süden –, die dem Chat-Roboter das beibringen. Dafür müssen sie Tausende Schilderungen von sexualisierter Gewalt, Übergriffen, Hatespeech, Rassismus und Sexismus lesen – mit teilweise fatalen Folgen für die psychische Gesundheit, wie eine Recherche des «Time Magazine» ergab. Ein Mitarbeiter bezeichnete die Arbeit als «Folter». Verdient hat er nicht mehr als eine Putzkraft oder ein Gärtner, psychologische Unterstützung gab es keine.

Jürg Tschirren von der SRF-Digitalredaktion bezweifelt das: «Viele Unternehmen verkaufen ihre KI-Systeme so, als würde die Maschine wie von Zauberhand alles selber machen. Dabei braucht es im Hintergrund immer noch sehr viele Menschen.»
Und das sind oft Arbeitskräfte in Billiglohn-Ländern, die auf den Job angewiesen sind, um ihre Familie zu ernähren. Technik-Ethikerinnen wie Meredith Whittaker weisen seit Jahren auf diese Problematik hin: «Künstliche Intelligenz ist eine Technologie der Mächtigen.»
Kenia: Beliebter Standort für Online-Arbeiten

https://www.srf.ch/radio-srf-1/kuenstliche-intelligenz-traumatisiert-weil-sie-den-chat-roboter-trainieren-mussten

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