🔴 Libanon im Visier
07.08.2024 Karin Leukefeld Junge Welt

Ausweitung des jüngsten Nahostkriegs könnte Zedernstaat hart treffen. Im Hintergrund stehen alte koloniale Pläne

Hintergrund: Terrorvorwürfe

Die Ermordung von Ismail Hanija in Teheran sei ein »Terrorakt« und setze das jahrzehntelange israelische Vorgehen von Terrorismus und Sabotage gegen Palästinenser und andere fort, die in der Region und darüber hinaus die Sache der Palästinenser unterstützten. Das erklärte der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani vergangenen Mittwoch im UN-Sicherheitsrat. Mit dem Attentat am ersten Tag der neuen iranischen Regierung versuche Israel zudem deren angekündigte Politik von Frieden und Stabilität in der Region zu zerstören.

Die »weltweite Nummer eins der Terrorunterstützer« sei der Iran, entgegnete auf der gleichen Sitzung der stellvertretende UN-Botschafter Israels, Brett Jonathan Miller. Der Iran setze seine Stellvertreter (original englisch: Proxies) – Hamas, Hisbollah und Ansarollah – ein, um Israel »von allen Seiten anzugreifen«. Wer wirklich Stabilität in der Region wolle, solle »die Beseitigung solcher Erzterroristen« begrüßen und nicht beide Seiten zur Zurückhaltung aufrufen.

Nach Angaben des »Armed Conflict Location and Event Data«-Projekts (ACLED), einer Einrichtung, die Angriffe zwischen Staaten dokumentiert, hat Israel zwischen 7. Oktober und 1. August mehr als 17.000 Angriffe durchgeführt. In der Analyse sind 17.081 Angriffe Israels mit Drohnen, Kampfjets, Raketen, Bomben, ferngezündeten Bomben und die Zerstörung von Eigentum in fünf Ländern dokumentiert.

Demnach richteten sich 10.389 Angriffe (60 Prozent) gegen die besetzten palästinensischen Gebiete (Ostjerusalem, Westjordanland, Gaza). 6.544 Angriffe (38 Prozent) trafen den Libanon. 144 richteten sich gegen Syrien und jeweils zwei gegen Jemen und gegen Iran. Die Zahl der Toten wird für die besetzten palästinensischen Gebiete mit 40.039 angegeben. Im Libanon wurden demnach 590 Personen getötet, in Syrien 260, im Jemen sechs, und im Iran gab es einen Toten. (kl)

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