Stanford Prison
Kanal Sturmzeichen - Der Freitags-KommentarDas "Stanford-Prison-Experiment" war eine psychologische Studie, die 1971 an der Stanford University im US-Bundesstaat Kalifornien durchgeführt wurde. 24 Probanden - Studenten aus der Mittelschicht, die zuvor in einem Persönlichkeitstest mit normalen, durchschnittlichen Ergebnissen abgeschnitten hatten - wurden durch Losverfahren in zwei Gruppen aufgeteilt: Wärter und Gefangene.
Die "Gefangenen" wurden auf offener Straße "verhaftet" und unter realen Gefängnisbedingungen in den zuvor präparierten Keller der Universität gesperrt. Die "Wärter" hatten die völlige Freiheit, eigenständig Regeln zu setzen und Maßnahmen zu treffen, um "Ruhe und Ordnung" im Gefängnis aufrechtzuerhalten. Schnell demonstrierten die Wärter ihre absolute Macht gegenüber den Gefangenen, mit Zählappellen und Liegestützen zur Bestrafung. Ein erster Gefangenenaufstand wurde gewaltsam niedergeschlagen, woraufhin die Wärter das ungehorsame Verhalten zum Anlaß nahmen, ihre Delinquenten noch mehr zu demütigen. Nach dem Aufstand wurden allerdings auch "privilegierte Zellen" für jene Gefangenen eingerichtet, die sich nicht aufständisch verhielten und dafür etwa in den Genuß eines besseren Essens kamen.
Kurze Zeit später wurde die strikte Trennung zwischen "Privilegierten" und "Sanktionierten" aufgehoben, mit dem Kalkül, dadurch die Solidarität unter den Gefangenen zu brechen. Die Wärter zeigten zunehmend sadistische Verhaltensweisen, die Mißhandlungen rechtfertigten sie mit dem Hinweis auf die von ihnen selbst erfundenen "Vorschriften". Während einige Gefangene weiterhin standhaft bei ihrer Verweigerungshaltung blieben, verhielten sich andere betont unterwürfig und folgten den Befehlen der Wärter so korrekt wie möglich. Das Experiment wurde nach sechs von ursprünglich geplanten 14 Tagen abgebrochen. Vier Gefangene hatten emotionale Zusammenbrüche erlitten, die Gruppe der Häftlinge war zerschlagen, jeder blieb nur noch einzeln und auf sich selbst fixiert.
Der Leser wird bereits ahnen, warum dem Schreiber dieser Zeilen das Stanford-Prison-Experiment dieser Tage wieder ins Gedächtnis gerufen wurde, schließlich ist es praktisch eine Blaupause für das zurzeit stattfindende "Corona-Experiment". Mit Ermächtigungsgesetzen und Notverordnungen wird die absolute Kontrolle über das Leben der Delinquenten durchgesetzt. Ungehorsames Verhalten (insbesondere Verweigerung der potentiell tödlichen Impfspritze) wird sanktioniert - und wer trotzdem seine Freiheitsrechte einfordert, wird niedergeknüppelt. Für gehorsames Verhalten wiederum winken attraktive Privilegien wie Restaurant- und Konzertbesuche. Während sich die einen standhaft verweigern und mit zunehmender Verzweiflung auf eine Rückkehr zur Normalität hoffen, verhalten sich die anderen betont unterwürfig, damit sie ebenfalls zum Kreis der Privilegierten gehören dürfen. Die Folgen des zynischen Experiments sind nicht nur psychische Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen, sondern auch eine Fragmentierung und Ent-Solidarisierung der Bevölkerung, wobei der Riß auch quer durch Freundeskreise und Familien geht.
Das Stanford-Prison-Experiment wurde übrigens nicht deshalb vorzeitig abgebrochen, weil die Wärter irgendwann Einsicht in ihr menschenverachtendes Handeln zeigten, sondern weil es in Gestalt der Versuchsleiter eine übergeordnete Instanz gab, die im letzten Moment die Reißleine zogen und damit noch grausamere Mißhandlungen der Gefangenen verhinderten. Eine solche übergeordnete Instanz gibt es beim laufenden Corona-Experiment nicht, ein vorzeitiger Abbruch ist somit ausgeschlossen - es sei denn, die Gefangenen sind in der Lage, sich selbst zu befreien.
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t.me/nsheute