Ein Artikel aus dem Jahre 2013
Eingesetzt wurden das in Deutschland als Tränengas bekannte CS-Gas und das stärkere OC-Gas, besser bekannt als Pfefferspray.
Beide Gase sind aufgrund der UN-Chemiewaffenkonvention seit 1997 für den Gebrauch im Krieg verboten. Gegen ihre eigenen Bevölkerungen dürfen Regierungen sie aber einsetzen. Mindestens 110 Länder nutzen verschiedene Mittel zur „crowd control“ („Kontrolle von Menschenmengen“), insbesondere Gase. Welches Land aber welche Vorräte hat, ist schwer herauszufinden.
Die Hemmschwelle ist gesunken
Sie beschäftigt sich schon lange mit dem Markt der Anti-Terrorismus-Technologien. „Auf einmal fingen die Firmen im großen Stil an, diese ’crowd control agents‘ aggressiv anzupreisen“, sagt Feigenbaum. „Historisch ist so auch der Markt nach dem Zweiten Weltkrieg erst entstanden: nicht über die Nachfrage, sondern über das systematisch beworbene Angebot aus den USA.“ Feigenbaum hat viele Indizien, dass die Nutzung dieser Chemikalien seitdem auch stark zugenommen hat. „Die Hemmschwelle ist gesunken.“
Dennoch dürfen diese Chemikalien laut UN-Chemiewaffenkonvention zur „crowd control“ eingesetzt werden. Als „nicht tödlich“ werden sie eingestuft, sofern Demonstranten nur einer bestimmten Dosis ausgesetzt werden. Das Feuern von Gas in geschlossenen Räumen gilt als inakzeptabel.
Gaseinsatz bei Protesten in der Türkei: Im Krieg verboten, bei Demos erlaubt -
taz.dehttps://taz.de/Gaseinsatz-bei-Protesten-in-der-Tuerkei/!5063581/?goMobile2=1599264000000