"Es ist vielmehr so - nach Planck -, daß die Vertreter der alten Theorie aussterben müssen, um dem Neuen Platz zu machen. Irgendwann leben und lehren dann nur noch die Begründer der neuen Konzepte.

Planck spielt dabei auf die wohlbekannte Tatsache der menschlichen Trägheit an, die sich lieber weiter auf gewohnten Bahnen des Denkens bewegt und nur ungern neue Wege probiert. Es würde sich lohnen, die Entwicklung der Wissenschaft als eine Geschichte der Widerstände zu beschreiben, die jeweils überwunden werden mußten.

Hier eine kurze Liste der Gedanken, die von der Gemeinde der Forscher zunächst verlacht wurden, bevor sie ins Lehrbuch kamen: die Drehung der Erde, die Ideen einer Eiszeit und der Kontinentalverschiebung, die Möglichkeit einer jahrmillionen- und jahrmilliardenalten Entwicklung der Erde, die Veränderlichkeit der Arten, die Möglichkeit von Quantensprüngen, die Existenz von Atomen, die Identifizierung von Nukleinsäuren als Erbsubstanz und vieles mehr. So sicher wir das alles wissen - auch mit diesem Neuen bleibt ein Problem. Wir haben es von anderen gehört und uns daran gewöhnt. Wir haben uns nicht selbst davon überzeugt. Wie denn auch? Da hilft uns niemand."
https://www.welt.de/print-welt/article195946/Neue-Theorien-setzen-sich-spaet-durch-mit-dem-Tod-bisheriger-Meinungsfuehrer.html

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