Ich könnte jeden Tag immer wieder das Gleiche schreiben, denn die Zustände werden ja nicht besser, sondern immer schlimmer.
Deshalb heute mal eine kleine Anekdote aus der Nachbarschaft: Als ich heute durch meinen Heimatort schlenderte, um mir frische Brötchen zu holen, entdeckte ich einen Wahlkampfstand, dessen Existenz ich persönlich begrüßte. Also näherte ich mich, schüttelte den Anwesenden die Hände und beobachtete zeitgleich, wie panisch, ängstlich und auf den Boden blickend zahlreiche Passanten einen weiten Bogen um den Stand machten. So, als wenn dieser mit einer Giftwolke verhangen war.
Die Bevölkerung schien regelrechte Angst zu haben, mit einer demokratisch legitimierten Partei auch nur ansatzweise in Verbindung gebracht zu werden.
Ein Mann mittleren Alters, Wohlstandswampe und Frau an der Hand lief gesenkten Blickes vorbei und auf die Nachfrage, ob er etwas zum Lesen mitnehmen möchte, brummte er unsicher in seinen Bart: „Das soll doch wohl ein Witz sein.“
Als ich dieses vernahm, konnte ich natürlich nicht an mir halten und ich fragte ihn mit lauter Stimme: „Warum soll das ein Witz sein? Lieben Sie Ihr Land nicht?“ Mit hochrotem Kopf entfernte er sich weiter. Ich rief ihm nochmalig hinterher: „Stehen Sie nicht zu Ihrem Land?“ Ohne sich umzublicken, zeigte er mir dann einen Mittelfinger. Ich musste aufgrund dieser tapferen Geste innerlich schmunzeln und rief ihm noch ein lautstarkes „Feigling!“ hinterher.
Und die Moral von der Geschicht: der rückgratlose Deutsche beleidigt noch nicht mal von Angesicht zu Angesicht.