Wer sich über Jahrzehnte hinweg als feste Größe in den Herzen der Menschen etabliert hat, darf sich nicht darauf verlassen, dass dieser Status ewig währt. Dass Herbert Grönemeyer, zweifellos einer der prägenden Musiker der deutschen Geschichte, aktuell mit einem massiven Gegenwind konfrontiert ist, ist weit mehr als nur ein flüchtiges Zwischentief. Es ist ein Symptom einer tiefergehenden Entfremdung zwischen einem Künstler, der sich zunehmend als moralische Instanz versteht, und einem Publikum, das sich von eben jener Moral zunehmend bevormundet fühlt.