Die Evolution des Blökens: Vom Bauernhof auf die Straße
▶️ Es ist schon faszinierend, wie zeitlos George Orwells Farm der Tiere geblieben ist. Damals hieß es noch simpel: „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht!“
▪️Heute, im modernen Großstadtdschungel, trägt das Orwell-Schaf von Welt statt Wolle lieber schwarze Kapuzenpullis. Doch das Prinzip der Hirnanatomie bleibt erstaunlich stabil. Warum auch mühsam denken, wenn man stattdessen im Kollektiv das „Niederbrüllzentrum“ aktivieren kann? Komplexe gesellschaftliche Debatten? Viel zu anstrengend.
▪️Kritische Zwischentöne? Werden einfach mit der modernen Variante des kollektiven Blökens – wahlweise „Nazis raus!“ oder „Internationale Solidarität!“ – ohrenbetäubend übertönt. Gesteuert vom verlässlichen „Linientreue-Balken“ und perfekt ausgestattet mit einem hochfunktionalen „Spuck-, Wurf- und Prügelzentrum“, beweist diese Avantgarde des politischen Scharfsinns täglich aufs Neue: Man muss nicht viel im Kopf haben, solange man im Gleichschritt mit der Herde rennt.