Das Gedicht „Deutsche Verzweiflung“ stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.

In Angst und bürgerlichem Leben
wurde nie eine Kette gesprengt.
Hier muß man schon mehr geben,
die Freiheit wird nicht geschenkt.

Es sind die glücklichen Sklaven
der Freiheit größter Feind,
drum sollt Ihr Unglück haben
und spüren jedes Leid.

Nicht Mord, nicht Brand, nicht Kerker,
nicht Standrecht obendrein;
es muß noch kommen stärker,
wenn’s soll von Wirkung sein!

Ihr müßt zu Bettlern werden,
müßt hungern allesamt,
zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und verdammt.

Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt,
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last.

Erst dann vielleicht erwacht noch
in Euch ein bess’rer Geist,
der Geist, der über Nacht noch
Euch hin zur Freiheit reißt!

https://www.gedichte-lyrik-online.de/deutsche-verzweiflung.html

6 comments

Besser kann man es nicht sagen!!!
Der Dichter hat es auf den Punkt gebracht. Nur wenige geistvolle Menschen versuchen, die Lämmer mit Argumenten munter zu bekommen. All das, was den Schlafschafen nicht gefällt, wird über das Netz erwähnt und schon denkt man , dass es sein Widerstand sei, um ruhig schlafen zu können. Bei Arbeit und zu Partys wird darüber philosophiert und gemeckert und sie sind Stolz auf sich, dass sie eine Meinung haben. So wie es geschrieben steht, wird es werden, wenn ihr nicht aufwacht. Und wahrlich, dann seid ihr gefragt, wie ihr Überleben könnt und keine Antwort wisst, weil euer Geist noch immer nicht erwacht ist. Da nutzt keine moderne Technik und kein Daymler, nein , dann rette sich wer kann. 🎯
jorge alberto
Von Sven
Übrigens, wunderbar vertont von Frank Rennicke.
Boris R.
Ja Thomas, da habe ich Dir doch kürzlich dieses schöne Gedicht über Twitter zugesandt.
Ich stecke nämlich hinter dem Kürzel BrRw bzw. @Standhaft_78.
Freut mich, daß Du es hier in voller Länge nochmals in Erinnerung rufst. Es stammt von Hoffmann von Fallersleben, der auch unsere Hymne geschrieben hat
Ein wahrlich, auf die derzeitige Situation bezogen, treffendes Gedicht.