NEIN zum Mercosur-Freihandelsabkommen!

Im Oktober soll der hoch umstrittene Freihandelsvertrag Mercosur in den EU-Ländern und im EU-Parlament zur Abstimmung gelangen.

Nach CETA steht also das nächste Freihandelsabkommens vor dem Abschluss. *Die EU* verhandelte es mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

Die Mercosur-Staaten sind Agrar-Großmächte. Sie produzieren hauptsächlich billiges Rindfleisch und Geflügel in industrieller Massentierhaltung; oftmals unter Verwendung von Hormonen, Antibiotika und Wachstumsförderern. Die Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsstandards liegen unter jenen der EU. Erst vor Monaten kam es in Brasilien zu einem gigantischen Gammelfleisch-Skandal, von dem die gesamte Fleischwirtschaft betroffen war. Mitarbeiter der staatlichen Lebensmittelbehörde wurden von Fleisch-Multis systematisch bestochen, um vergammeltes Fleisch als unbedenklich zu stempeln. „Fleisch-Panscher“ fügten Chemikalien hinzu, um Verwesungsgerüche zu verschleiern. Sie mixten verwurstete Schweineköpfe und Karton als Füllmaterial in verarbeitetes Geflügelfleisch!

Die Verhandlungen der EU mit den Mercosur-Staaten sind nun in der Endphase. Sie fanden natürlich – wie auch bei CETA – hinter verschlossenen Türen ohne parlamentarische Kontrolle statt. Bei den Gesprächen waren hauptsächlich EU-Kommissionsbeamte, Lobbyisten und Vertreter von Konzernen zugelassen.

Im Juni wurde die "Einigung" über den Abkommenstext erzielt. Im Oktober soll Mercosur dem EU-Parlament und den einzelnen EU-Ländern zur Genehmigung vorgelegt werden. Von August 2018 und Juli 2019 wurde so viel Regenwald abgeholzt oder brandgerodet wie seit elf Jahren nicht mehr, um Platz für Rinder oder Gen-Mais zu schaffen. Zum Vergleich: Deutschland produziert schon heute mehr Fleisch, als die Bürger essen können.

Befürchtet werden noch mehr Brände, Einsatz von Pestiziden, laxere Lebensmittelkontrollen, Vernichtung der Artenvielfalt sowie Umweltbelastungen durch lange Transportwege, obwohl wir unseren Bedarf auch regional decken könnten.

Profite von Konzernen auf Kosten von Verbrauchern, Umwelt und Artenvielfalt? Gewinn wird privatisiert. Seit genmanipulierte Pflanzen im Einsatz sind, ist der Pestizideinsatz enorm gestiegen.

Das EU-Mercosur-Abkommen stellt Freihandel und blinde Marktöffnung über Umwelt- und Tierschutz, Menschenrechte, Demokratie und soziale Gerechtigkeit und schreibt die Fehlentwicklungen der Globalisierung der letzten Jahrzehnte fort: Das Abkommen bedient NUR die Interessen großer Konzerne.

Es geht bei der Frage von Mercosur auch darum, wie wir zukünftig leben wollen.

6 comments

Wie ich zukünftig leben möchte ? Ohne Grüne ? Zählt das ? https://t.me/Demokratie_und_GG_verteidigen/3913
Sandra 🇩🇪
Das hat jetzt nicht's mit dem Mercosur-Abkommen zu tun. 🤷‍♀️
Nö, hab ich das behauptet? Manchmal ist es die Aktualität, die voran geht.
Ich schreib aber auch gern was zum eigentlichen Thema. 😇
Win win seit Monsanto zu Bayer gehört. Wo bekommen die, speziell in Südamerika, wohl ihr genmanipuliertes Saatgut und die Spritzmittel her? Und wer, unter Anderem, profitiert von der Marktöffnung für derartige Produkte? Wertschöpfungskette nennt man das. Unbedingt zu verhindern. Man darf jedoch gesichert davon ausgehen, dass bei diesen Konsultationen der ehrenwerten Herren Koffer um Koffer Schmiergeld über den Tisch geht, und die großartige EU Bürokratie das danach still und ohne Aufsehen durchwinkt. So wie sie es immer tun. DEXIT JETZT
Wo sind denn dar die FFF "Aktivisten" Greta, Luisa und wie sie alle heißen. Abholzung des Regenwaldes für mehr landwirtschaftliche Nutzfläche, ist das jetzt gut für das Klima? Ich dachte immer gerade der Regenwald ist die grüne Lunge der Erde. Sind dar schon Aktionen und Protestcamps in Brüssel und den beteiligten Hauptstädten der Länder Südamerikas geplant oder ist Frau Neubauer und Co. mit ihren Wahlkampfvorbereitungen für das nächstes Jahr beschäftigt? Immerhin wollen einige FFF Lobbyisten nächstes Jahr in den Bundestag einziehen.