⚠Schon zu Cholera-Zeiten gab es einen Drosten und einen Streeck⚠

Ein guter Artikel ĂŒber den Gegenspieler von Robert Koch, dessen Institut heute maßgeblich an dem ganzen Wahnsinn beteiligt ist.

„Von Pettenkofer stammt der Satz: „Der Mensch, der höher stehen will als das Tier, muss bereit sein, auch Leben und Gesundheit fĂŒr höhere, ideale GĂŒter zu opfern.“ Der Mediziner Ă€ußerte den Satz, als er die Cholera studierte und erkannte, dass die bĂŒrgerliche Gesellschaft dazu neigt, sich vor Epidemien Ă€ngstlich und gelĂ€hmt in ihre keimfreien Behausungen zurĂŒckzuziehen. Vielleicht wĂ€re Pettenkofer heute auch als „Querdenker“ beschimpft worden. Menschen, die lieber zu Hause blieben, als am Leben teilzunehmen, waren fĂŒr ihn nicht gesund. Gesundheit war fĂŒr ihn weit mehr, als sich nicht anzustecken.
[
]
Kochs und Pettenkofers Gegenwart, das spĂ€te 19. Jahrhundert, war die Zeit der Cholera in Mitteleuropa. In den immer dichter besiedelten StĂ€dten war die Krankheit, wie sie Pettenkofer sah, auf kurze Sicht nicht zu bewĂ€ltigen. Er warb fĂŒr Stadtsanierungen, fĂŒr eine bessere Zirkulation von Luft und Wasser und fĂŒr einen dauerhaft gehobenen Gesundheitszustand der Bevölkerung. Denn, so Pettenkofer, das Bewegungsmuster von Krankheitskeimen und das Infektionsgeschehen lasse sich in StĂ€dten nur bedingt beeinflussen und allenfalls lokal bekĂ€mpfen, auch in Zeiten des totalen Stillstands, wĂ€hrend eines Lockdowns. Er empfahl: Hygiene, Abstandhalten, Frischluftzufuhr.

Manches sahen Robert Koch und Max von Pettenkofer Ă€hnlich, vieles nicht. Als Regierungsbeamter sprach sich Koch fĂŒr staatliche Interventionen im öffentlichen Gesundheitswesen aus, fĂŒr strenge QuarantĂ€nemaßnahmen und Desinfektionskampagnen. FĂŒr totale Sauberkeit und absoluten Schutz. FĂŒr Koch waren Krankheiten nichts anderes als Infektionen durch Bakterien und Viren. Gesundheit war fĂŒr ihn das Gegenteil davon und kein komplexes System aus physischen, sozialen und ökonomischen Faktoren.

Pettenkofer widersprach: Gesundheit gehe ĂŒber die Ansteckung mit Keimen weit hinaus, Isolation sei kein Allheilmittel. Die Gesundheit der Seele, aber auch die Gesundheit der Wirtschaft seien fĂŒr ein gutes, ein gesundes Leben unabdingbar. Wo Koch zur EindĂ€mmung von Pandemien harte QuarantĂ€nen forderte, predigte Pettenkofer – wie wenig spĂ€ter Julius Schreber, die Nacktbader und die Lebensreformer – Bewegung, frische Luft, durchlĂŒftete RĂ€ume (insbesondere in Schulen) und sauberes Wasser. Er empfahl dem Wetter angemessene, saubere und zweckdienliche Kleidung. Man darf sicher sein: Das Tragen von Masken im Freien, fernab großer Menschenmengen, im Park, an StrĂ€nden, auf breiten Gehwegen hĂ€tte er energisch abgelehnt.
[
]
Gesundheit war fĂŒr Pettenkofer eben nicht nur Keimfreiheit und Statistik, waren fĂŒr ihn nicht nur Inzidenzen und MortalitĂ€tsraten. Als lebender Beweis unternahm Pettenkofer einen Selbstversuch, er löffelte einen Teller Suppe, die mit Cholera-Bazillen versetzt war. Er wurde krank, aber nur mild. „Selbst wenn ich mich tĂ€usche“, schrieb Pettenkofer, „wĂŒrde ich dem Tode ruhig ins Auge sehen, denn es wĂ€re kein leichtsinniger Selbstmord.“ Er stĂŒrbe, hieß es weiter, im Dienst der Wissenschaft, wie ein Soldat auf dem Feld.

Pettenkofer fand sich bestĂ€tigt: Nicht Bakterien oder Viren an sich und allein machen krank, auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Ohne eine gesunde Wirtschaft kein Gemeinwohl. Handel und Verkehr, Ideen, Religion, Wissenschaft, Kunst und „ihre tausendfachen Zweige und Anwendungen im Leben“ waren fĂŒr Pettenkofer existenzielle Grundlagen der modernen Gesellschaft und genossen immer und ausnahmslos Vorrang. Ihnen sollte sich der Mensch widmen, mit Freude und Kraft.

Pettenkofer lehnte den „Schutz des Lebens um jeden Preis“ ab: FĂŒr ihn lebten Menschen mehr als nur ein Leben ohne Sinn und Zweck, so geschĂŒtzt es auch sein mochte.“
https://www.welt.de/kultur/plus226019703/Max-von-Pettenkofer-Schon-zu-Cholera-Zeiten-gab-es-einen-Drosten-und-einen-Streeck.html

———————————-
⚠ @Freiheitdergedanken 👈

1 comment