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60 Fahrzeuge und 120 Personen beteiligt: Erneute Autokorso-Demo in Naumburg

"Dienstagabend nach 21 Uhr: Während der Großteil der Naumburger zu Hause die verhängte  Ausgangsbeschränkung einhält, leben etwa 120 Menschen ihr Verlangen nach Protest und Provokation aus. Nach einem  Aufruf trafen sie sich 20.45 Uhr  zum Autokorso mit etwa 60 Fahrzeugen unter dem Motto „Coronamaßnahmen ohne uns. Erlaubt ist, was Krach macht! Außer Hupen.“ auf der  Vogelwiese. Anschließend ging es in  Kolonne durch die Domstadt.

Die Aktion erinnert an den Autokorso vom Dienstag der vergangenen Woche, bei dem 30 Menschen mit 21 Fahrzeugen beteiligt waren. Großer Unterschied allerdings: Die Aktion diesmal war angemeldet."

"Warum man die Demonstration trotz der Uhrzeit (zwischen 21 und 6 Uhr gilt eine Ausgangssperre)  erlaubt hatte, erklärte der Kreis wie folgt: „Eine  Verschiebung vor die Ausgangssperre würde dem Versammlungszweck zuwiderlaufen, da gerade gegen die Ausgangssperre demonstriert werden solle.“

archive.is/JTsaY

3 comments

Gernot Gusner
Eine Demonstration wird nicht erlaubt.
Ob das beim Autokorso auch gilt, ob es also eine Versammlung nach dem Versammlungsgesetz ist, weiß ich nicht.
Dieser Autocorso war angemeldet und bestätigt und entsprechend von der Polizei begleitet. Typischer Haltungsjournalismus: dem Leser wird gleich gesagt, was er zu denken hat.
Richtige Überlegung des Landkreises: "Eine Verschiebung vor die Ausgangssperre würde dem Versammlungszweck zuwiderlaufen, da gerade gegen die Ausgangssperre demonstriert werden solle." Sie stammt aus einer längst vergessenen Zeit, als in Deutschland noch Recht und Gesetz etwas mit Gerechtigkeit zu tun hatten. Dieses Argument gilt leider nicht, wenn man mit Masken im Gesicht gegen die Maskenpflicht demonstrieren möchte. Selbstgefährdung von mündigen Bürgern ist nämlich verboten. Sklaven stellen einen Wert dar, den der Staatsapparat um jeden Preis schützen muss.
Allerdings glaube ich, dass der Landrat einfach nicht genügend Polizisten zur Verfügung hatte, um den Autocorso mit Gewalt zu verhindern, also tut er jetzt so, als würde er sich an die Urteile des BVerfG halten. Diese Vermutung lässt sich leicht verifizieren: Einfach mal eine Demo gegen Maskenpflicht ohne Masken anmelden, und schauen, ob der Landrat überzugter Demokrat ist oder bloß wieder ein Opportunist, dem man nicht über den Weg trauen kann. Ist wichtig, sind ja bald wieder Wahlen!