Betriebsratswahlen in Sachsens Automobilbranche: Spektakulärer Erfolg in Chemnitz, Mandatszugewinn in Zwickau, Verluste in Leipzig!

In dieser Woche fanden die Betriebsratswahlen in der sächsischen Automobilbranche statt, bei denen der Fokus insbesondere auf dem Abschneiden patriotischer und oppositioneller Listen lag, die sich gegen die Dominanz der regierungsnahen Gewerkschaft IG Metall stellen. Am Freitag erfolgte die Stimmauszählung in den einzelnen Werken - mit teils sehr unterschiedlichem Ausgang. Wir fassen die Ergebnisse kurz in einer Übersicht zusammen. Ausführliche Analysen und Einschätzungen wird es von den jeweiligen Initiativen sicherlich noch geben.

Oppositionelle Liste erreicht bei VW in Chemnitz über 25 %

Bei VW in Chemnitz konnte eine alternative Liste, die in Konkurrenz zur IG-Metall angetreten war, aus dem Stand heraus 25 % erzielen, im Betriebsrat werden zukünftig 3 oppositionelle Vertreter sitzen.

Mandatszugewinn für "Bündnis freier Betriebsräte" bei VW in Zwickau

In Zwickau ging der Stimmenanteil für oppositionelle Listen insgesamt im Vergleich zur letzten Wahl spürbar zurück. Da aber beim letzten Mal zu wenige Kandidaten nominiert wurden, um alle Mandate wahrzunehmen, gibt es immerhin einen Mandantsgewinn: Mit rund 7 % sind zukünftig 2 Vertreter des "Bündnis freier Betriebsräte" in den Betriebsrat von VW Zwickau gewählt.

Spürbare Verluste bei Wahlen im "roten Leipzig"

Am härtesten wurden die Auseinandersetzungen zwischen der IG Metall und der patriotischen Gewerkschaft ZENTRUM in den letzten Jahren in Leipzig ausgetragen, teils auch in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen gegen kritische Betriebsräte. Das Wahlergebnis der Betriebsratswahlen in Leipzig sind vergleichsweise ernüchternd, bei Porsche wurde ein Mandat verloren (ZENTRUM erreichte 7 %), bei BMW reduzierte sich die Zahl der Betriebsräte auf einen Sitz (4,5 %). Auffällig: Die Briefwahlbeteiligung war mit rund 50 % wesentlich höher, als bei jeder bisherigen Betriebsratswahl. Das alleine ist natürlich noch kein Beweis für Ungenauigkeiten, aber die Ergebnisse verlaufen gegen den Trend, zumal ZENTRUM selbst in den süddeutschen Werken, z.B. in Untertürkheim, Stimmengewinne verbuchen konnte.

Wir wünschen allen gewählten Betriebsräten aus dem oppositionellen Lager für die nächsten Jahre viel Erfolg und die notwendige Standhaftigkeit gegen das Establishment. Der Einsatz von Initiativen wie @zentrumautomobil verdient Respekt und Anerkennung, denn politische Vorfeldarbeit wird nicht nur auf der Straße geführt, sondern eben auch in den Betrieben, die nicht ohne Grund von regierungsnahen Gewerkschaften (weitestgehend) dominiert werden. Für einen gesellschaftlichen Umbruch braucht es aber auch dort eine Verankerung!

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40 comments

Wie kann man heute noch zur Briefwahl greifen???
Dann kann man auch gleich Wahlcomputer einsetzen mit der Dominion Software!
Demokratie ist die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, von wem man in Zukunft unterdrückt wird.
Dennis
Werden wohl bald keine Autoindustrie mehr haben 😞
Eine gute Sache. Der Wandel beginnt immer ganz unten. Viel Erfolg!
Wo findet man weitere Ergebnisse?
Da werde ich in Ruhe dieses Jahr noch austreten. Diesen korrupten Haufen finanziere ich nicht mehr mit...
Heiko Müller
Hochachtung für den Einsatz und den Mut dieser Betriebsräte.
Heiko Müller
Dennis
Werden wohl bald keine Autoindustrie mehr haben 😞
Dann bauen wir unsere eigenen Autos.
Briefwahl ist immer das Ende einer fairen Wahl und in Regimedeutschland ein Mittel den Wähler draussen zu halten!
Da ergibt sich für die Mitarbeiter eine einmalige Chance….und vergibt diese….unbegreiflich. Jeder meckert und schimpft, dann hat man die einmalige Chance und verkackt.
Bei Wahlen in Deutschland kommt es schon seit Jahren nicht mehr auf die an die wählen sondern auf die die zählen.
Und noch eine Anmerkung zum Thema Pflegekräfte weiter oben. Aber natürlich wird dieser Bürgermeister ausreichend frisches Personal finden. Das kommt gerade in Massen in Deutschland an. Das beste an diesem frischen Personal ist aber das es verdammt billig und willig ist.
Chronos
Da bei BMW nunmal nicht klar war ob in der Wahlwoche überhaupt gearbeitet werden kann, bekam jeder die Briefwahlunterlagen nach Hause. Daher der hohe Anteil daran
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