In solchen Zeiten wird sogar Jakob Augstein zu einer Stimme der Vernunft.
"Aber das hier ist kein Krieg und es fallen einem noch ein paar dunklere Stunden ein. Die dramatische Rhetorik hat vor allem den Sinn, die Reihen zu schließen. Es muss schließlich begründet werden, warum wir alle über Nacht eines großen Teils unserer Bürgerrechte verlustig gegangen sind, warum das öffentliche Leben stillgelegt wurde, warum eigentlich nichts mehr geht, was unsere Gesellschaft ausmacht.
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Wir alle sind Gefangene der Bilder aus Bergamo: der Konvoi der Militärlaster, der gekommen ist, die Särge der Toten zu holen. Das Leid, das der Lockdown verursacht, ist schwerer abzubilden: die Sprachlosigkeit der Einsamen, die Schmerzen der Opfer der häuslichen Gewalt, die Nöte der Arbeitslosen, die Angst der kleinen Selbstständigen und Unternehmer. Die Sozialmediziner könnten davon berichten. Aber im Moment ist ja nur die Stunde der Epidemiologen.
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Das Corona-Erlebnis wird auch darum in die Geschichtsbücher eingehen, weil es sich hier um die erste Krankheit handelt, die auch über das Netz übertragen wird. Alle Mechanismen der modernen Medienhysterie werden hier wirksam! Und anstatt zu mäßigen, wirken Politik und Medien noch als Brandbeschleuniger."
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-angst-frisst-demokratie-a-ad8799db-8941-4c40-9a50-1dfff591ffb6