Pürner: Ich verstehe sie. Hier wird eine Ur-Angst geweckt, die Ur-Angst vor Krankheit, Siechtum und Tod. Wir haben einen unsichtbaren Gegner. Aufgabe der Politik wäre es: Ängste nehmen, nicht Panik schüren. Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben Panik-Stimmung. Ich arbeite an der Basis, wir erleben es, dass Bürger aus Angst betteln, in Quarantäne geschickt zu werden. Bei den Leuten entsteht – durch die ständige Überdramatisierung und den Alarmismus – ein Erschöpfungszustand. So verspielt man Vertrauen. Auch Kinder bleiben auf der Strecke.
Inwiefern?
Pürner: Es ist schon fragwürdig, wie man mit unseren Kindern umgeht! Wir hatten schon weinende Eltern am Telefon, deren Kinder von Lehrern gerügt wurden, weil sie sich nicht an Corona-Regeln gehalten haben und gefragt wurden: Willst du, dass Oma und Opa sterben? Das macht was mit unseren Kindern. Ich will nicht, dass meine Kinder mit Ängsten aufwachsen.
Sie sehen die Maskenpflicht an Schulen kritisch. Warum?
Pürner: Von Maskenpflicht an Schulen und Kitas halte ich fachlich nichts. Es gibt dazu auch keinen evidenzbasierten Beleg zur Wirksamkeit. Kinder nehmen wenig am Infektionsgeschehen teil. Wenn wir infizierte Schüler finden, sind die Symptome minimal. Generell ist die Schutzwirkung von Masken, wie sie die Mehrheit trägt, nicht nachgewiesen. Mit den Masken hat man ein Mittel erfunden, das nicht mehr ist als ein Symbol der Solidarität [bzw. der Unterwerfung, Anm. PB].
Welche Maßnahmen wären Ihrer Ansicht nach an Schulen sinnvoll?
Pürner: Lehrer sollten das Thema Hygiene behandeln. Damit Schüler Händewaschen, Einmal-Handtücher verwenden, nicht Hände schütteln, auf Abstand gehen, wenn sie rotzen oder husten und dass sie etwa bei starker Erkältung oder Fieber zuhause bleiben. Wenn ich Herrn Piazolo [by. Kultusminister] beraten dürfte, würde ich ihm sagen: Lassen Sie die Schulen offen, befreien sie die Schüler vom Mundschutz, lassen Sie lüften, aber nicht andauernd. Wir brauchen Lehrer mit Zuversicht. Lehrer, die sagen: Wir kriegen das hin.
Sie fordern einen maßvolleren Weg in der Corona-Politik, wie könnte der aussehen?
Pürner: Die Situation ist verfahren. Am Anfang waren diverse Maßnahmen schon gut. Aber Ende April/Anfang Mai gab es einen Zeitpunkt, wo die Zahlen zurückgingen. Das primäre Ziel, dass Krankenhäuser nicht mehr überlastet waren, wurde erreicht. Wir müssen mit Corona leben. Daran wird auch eine Impfung nichts ändern. So schnell wird es keine geben, und einen 100-prozentigen Schutz bietet keinerlei Impfung. Das heißt, wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Wir müssen es als allgemeines Lebensrisiko begreifen. Das Virus ist da, es wird bleiben. Die Politik sollte sich mit Dramatik zurückhalten und den Menschen sagen: Ihr müsst mit dem Virus leben!
Mit Ihrem Appell für einen gemäßigteren Kurs in der Pandemie legen Sie sich mit Ihrem obersten Dienstherrn an. Warum machen Sie das?
Pürner: Ich will Vorbild sein – als Arzt, als Amtsleiter und als Vater von drei Söhnen. Ich möchte fachlich aufklären, den Menschen die Angst nehmen. Auch wenn ich mit meinen Äußerungen möglicherweise meine Beamten-Karriere aufs Spiel setze. Ich bin fachlich gut ausgebildet und weiß, wovon ich rede. Nach ersten Berichten über mich kam eine Einladung ins Gesundheitsministerium für Ende Oktober [Eine Gelegenheit zum Widerruf und Abschwören: die Inquisition ist heute ebenso „großzügig“ wie im Mittelalter bei Galileo oder Luther!, Anm PB]. Egal, wie der Austausch verläuft, meine Meinung lasse ich mir nicht verbieten.
Sehen Sie sich als Corona-Rebell?
Pürner: Nein. Ich will fachlich meine Meinung äußern. Ich lasse mich auch nicht instrumentalisieren.

2 comments

"Wir hatten schon weinende Eltern am Telefon".
Das erklaert einiges: wenn Eltern schon kein Arsch in die Hose haben, kommt man zu so was. Sofort den Aufstand bei Schulleitung machen, und wenn die was zu beanstanden hat, gleich eine Corona Fuenffinger Klatsch reichen!!
Immer mehr Menschen wachen auf. Übrigens ist weder die Ansteckungshypothese noch die Virustheorie bewiesen. Dazu die Arbeit von Dr. Stefan Lanka beachten, z.B. https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://wissenschafftplus.de/uploads/article/wurzel-3-2020-virus-interview-juli-2020.pdf&ved=2ahUKEwiEj-m3gsXsAhVk0uAKHSoTDgsQFjAAegQIARAB&usg=AOvVaw0Tu28-gkyiOCQVD6H5Wty8 "Wie tot sind Viren überhaupt?"